Masterplan

Die seit Ende des letzten Jahrhunderts und danach entstandenen Planungen und Konzepte wurden mit der formellen Sanierung des Gebiets gebündelt in einem von der Stadt beauftragten Masterplan zur Gestaltung des öffentlichen Raums von 2010/2012.

Mit dem Masterplan wird eine übergeordnete Planung für die Neuordnung der Straßen- und Platzgestaltung und der Grünbereiche bereitgestellt. Das Verkehrskonzept zielt auf eine Reduzierung des Individualverkehrs und der Parkplätze hin.

Sanierung

Nach einer Phase verschiedener Planungen für das Quartier wurde das Hospitalviertel seit 2007 in einer förmlichen Sanierung städtebaulich und sozial erneuert. Die formelle Sanierung ist in großen Teilen abgeschlossen, Teile des Masterplans dagegen nicht (Grünkonzept, Hohestraße, Leuschnerplatz/Leuschnerstraße). Die Sanierungsmaßnahmen beim Platz vor der Synagoge und in der Hospitalstraße stehen aktuell bevor.

Verknüpfung: 2007 hat der Gemeinderat der Landeshauptstadt Stuttgart die Sanierung des Hospitalviertels beschlossen und die entsprechende Satzung verabschiedet.

Folgende Sanierungsziele wurden festgelegt:

– Aufwertung des Hospitalviertels als vielfältig genutzter Wohn-, Arbeits- und Versorgungsbereich

– Verbesserung der Verkehrsverhältnisse (Begrenzung des Parksuchverkehrs und des Durchgangsverkehrs)

– Aufwertung von öffentlichen und privaten Freiflächen

– Modernisierung und Instandsetzung von Gebäuden

– Schaffung neuer Wohnungen im Wege der Umnutzung von Gewerbe zu Wohnen

– Verbesserung des Wohnumfeldes für Bewohner und Besucher Neuordnungskonzept

 

Grundlage für die Sanierung ist ein Neuordnungskonzept. Mit diesem Konzept soll im Rahmen der vorhandenen Nutzungsstrukturen die bauliche Qualität aufgewertet und die Wohnfunktion im Gebiet gestärkt werden. 

 

Es setzt folgende Schwerpunkte:

– Umgestaltung von Hospitalplatz, Büchsen-, Gymnasium- und Hohe Straße

– Baumpflanzungen

– Aufwertung der Blockinnenbereiche

– Aufwertung des Freibereichs beim Jugendhaus als öffentliche Grün- und Spielfläche

– Förderung privater Modernisierungen, insbesondere der Umwandlung von nicht mehr zeitgemäßen Büro- in Wohnflächen

Stadtkernziele

Im Januar 2007 hat das Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung das neue Innenstadtkonzept StadtKernZiele herausgegeben.  In den Stadtkernzielen wird eine Rahmenkonzeption für das Viertel formuliert, mit dem Ziel einer Bündelung von Planungen und Maßnahmen in einer längerfristigen Perspektive.

Das Hospitalviertel ist neben seiner Funktion als innerstädtisches Wohnviertel ein wichtiges Bindeglied zwischen dem Stuttgarter Westen, dem Bosch-Areal, der Liederhalle, dem Hochschulcampus und der Kernstadt. Seine bedeutende zentrale Lage im Stadtgrundriss ist jedoch im Straßenraum selbst kaum wahrnehmbar. Um die wichtigen Wege- und Sichtbeziehungen herauszustellen, wurde zunächst mit der Aufwertung, Verkehrsberuhigung und Umgestaltung der Büchsenstraße als ein bedeutendes Element einer Talquerverbindung und des Stadtquartiers begonnen. Ziel ist eine Fußgängerzone Büchsenstraße, die als Achse Kernstadt – Liederhalle zusammen mit dem Hospitalplatz eine zentrale Funktion im Quartier übernehmen könnte. Die beabsichtigte Umgestaltung des Hospitalhofs würde zur weiteren Qualitätssteigerung der Quartiersmitte beitragen.

Stadtentwicklungskonzept (STEK)

Im Stadtentwicklungskonzepts Stuttgart (STEK)  aus dem Jahr 2006 wird im so genannten Impulsprojekt 3 unter dem Titel Hospitalviertel – Stärkung der Wohnfunktion das Hospitalviertel speziell betrachtet. Das Hospitalvierte steht dabei als das wichtige Cityrandquartier, auch mit ein Impuls für die spätere Sanierung.

STEK – Impulsprojekt III

Das Stadtentwicklungskonzept Stuttgart – Strategie 2006, herausgegeben vom Referat Städtebau der Landeshauptstadt Stuttgart stellen wir Ihnen an dieser Stelle mit freundlicher Unterstützung des Amtes für Stadtplanung und Stadterneuerung zum Nachlesen zur Verfügung  (Quelle: Stadtentwicklungskonzept Stuttgart 2006, Hrsg. Landeshauptstadt Stuttgart, Referat Städtebau, Amt für Stadtplanung und Erneuerung, April 2006).

Dem Hospitalviertel kommt mit seiner zentralen Lage als Gelenk zwischen dem historischen Stadtkern, dem Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle, dem Bosch-Areal und der Universität besondere Bedeutung für die weitere Stadtentwicklung zu. Einst war dieses Quartier eine attraktive Wohnadresse, nach den Kriegszerstörungen und dem Wiederaufbau ist es heute gekennzeichnet durch hohe Freiraumversiegelung, vernachlässigte öffentliche Räume und eine fortgeschrittene Tertiärisierung. Aufgrund seiner Bebauungsstruktur und der Nähe zu vielfältigen Infrastruktureinrichtungen bietet das Hospitalviertel große Potenziale für die Entwicklung eines zukunftsfähigen urbanen Wohnstandorts. Dazu fehlen ein Erstimpuls und couragierte Pioniere für urbanes Wohnen. Als einer der Hauptakteure ist hier auch die Kirche als Grundstückseigentümerin gefordert.

Bausteine für eine nachhaltige Aufwertung des Hospitalviertels sind:

– Die Stärkung der Wohnfunktion mit dem Ziel einer Belebung rund um die Uhr (z. B. die Umnutzung von leerstehenden Büroflächen in Wohnraum),

– eine Verringerung von Freiraumdefiziten durch Hofbegrünungen und Entsiegelung von Flächen,

– die Vermeidung von weiterer Inanspruchnahme von Freiflächen (z. B. hinter dem Jugendhaus) für bauliche Verdichtung,

– eine attraktive Gestaltung des öffentlichen Raums (z. B. durch ein Beleuchtungskonzept, die Ausbildung von Baumreihen, Parken unter Bäumen etc.),

– die Aufwertung und Gestaltung der stadtbildprägenden Raumfolge und wichtigen Querbeziehung Russische Kirche – Seidenstraße – Bosch-Areal, Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle – Berliner Platz – Fritz-Elsas-Straße – Rotebühlplatz – Königstraße – Eberhardstraße, Tagblatt-Turm – Torstraße – Wilhelmsplatz – Wilhelmstraße – Schickstaffel – Bopser – Weißenburg,

– die Aufwertung der stadtbildprägenden Raumfolge und wichtigen Querbeziehung Hegelplatz

– Holzgartenstraße – Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle – Platz der Deutschen Einheit -Büchsenstraße – Hospitalkirche, Hospitalplatz – Büchsenstraße – Schulstraße – Rathaus, Marktplatz – Marktstraße – Leonhardskirche, Leonhardsplatz – Pfarrstraße – Katharinenplatz.

Wichtige Impulse können hierbei insbesondere von der Aufwertung des Hospitalplatzes durch eine Reduktion der Parkplätze und ein attraktives Bodenbelags- und Beleuchtungskonzept ausgehen.