Begegnung schafft Zukunft – Quartiersfest im Hospitalviertel am 18.09.2025

Ein Fest der Begegnung im Hospitalviertel
Zum Abschluss eines über zehnjährigen Sanierungsprozesses kamen im September 2025 zahlreiche Akteurinnen und Akteure aus Stadtgesellschaft, Kultur und Religion zusammen. Das Quartiersfest setzte ein starkes Zeichen für gelebtes Miteinander und eine gemeinsame Zukunft.

Unter dem Motto „Begegnung schafft Zukunft“ fand am Donnerstag, 18. September 2025, im Hospitalviertel ein besonderes Quartiersfest statt. Anlass war der Abschluss des über ein Jahrzehnt dauernden städtischen Sanierungsprozesses, der mit der baulichen Fertigstellung der Hospitalstraße und der Neugestaltung des Fußgängerbereichs vor der Stuttgarter Synagoge und dem Gemeindezentrum der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs einen sichtbaren Höhepunkt erreichte.

Die Einweihung des neu gestalteten Straßenraums setzte ein weithin wahrnehmbares Zeichen für das gelingende Miteinander von Politik, städtischer Verwaltung, zivilgesellschaftlichem Engagement sowie religiösen, sozialen, Bildungs- und Kultureinrichtungen. Zugleich stand der Tag ganz im Zeichen der Begegnung: Generationenübergreifende Beiträge und Gespräche machten erlebbar, wie Zusammenleben in unserer Stadt heute und in Zukunft gestaltet werden kann.

Zahlreiche Institutionen, Bildungseinrichtungen und Vereine beteiligten sich am Quartiersfest und trugen zu einem vielfältigen Programm bei. Als Initiator und zentraler organisatorischer Träger übernahm das Forum Hospitalviertel e. V. als gemeinnütziger Verein eine wesentliche Rolle bei der Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung.

Der neu geschaffene Platz vor der Synagoge hat dabei eine besondere symbolische Bedeutung. Zwölf Bronzeplatten stehen für die zwölf Stämme Israels. Der Ort macht jüdisches Leben mitten in der Stadt sichtbar – nicht nur als Teil der Geschichte, sondern als lebendige Gegenwart und selbstverständlichen Bestandteil unserer gemeinsamen Zukunft.

Gleichzeitig erinnert der Platz an das jüdische Leben, das einst das Hospitalviertel prägte und durch die nationalsozialistische Gewaltherrschaft ausgelöscht wurde. Er zeigt, was möglich ist, wenn Menschen gemeinsam Verantwortung übernehmen: Bürgerinnen und Bürger, Ehrenamtliche, Institutionen, Kirchen und eine jüdische Gemeinde, die mit ihrer Präsenz das Stadtbild bereichert.

Was hier entstanden ist, ist mehr als ein städtebauliches Projekt. Es ist ein Zeichen für Offenheit, Zusammenhalt und dafür, dass jüdisches Leben in die Mitte unserer Gesellschaft gehört – sichtbar, sicher und selbstverständlich. Und es ist ein Ausdruck der Überzeugung, dass unsere Stadt allen gehört, unabhängig von Religion, Herkunft oder Lebensweise.